Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und Klinische Immunologie

Rheumatologie und Entzündungsforschung 

 

Die Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und Klinische Immunologie erforscht als EULAR-zertifiziertes „Center of Excellence“ chronisch-entzündliche Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises. Die Einrichtung gehört zu den weltweit führenden klinischen Forschungszentren für die rheumatoide Arthritis, systemische Bindegewebserkrankungen (Lupus erythematodes, Sjögren-Syndrom, Sklerodermie, Muskelentzündungen) und Gefäßentzündungen (ANCA-assoziierte Vaskulitiden, Riesenzellvaskulitis, Takayasu-Arteriitis). In enger Kooperation mit dem Deutschen Rheumaforschungszentrum Berlin (DRFZ) sowie weiteren außeruniversitären und universitären Eirichtungen werden Grundlagen für die rasche Umsetzung der Forschungsergebnisse in die Diagnostik und Therapie dieser schwerwiegenden Autoimmunerkrankungen geschaffen.

 

Schwerpunkte der klinischen und Grundlagen-Forschung sind:

 

Das autoreaktive immunologische Gedächtnis, das einen wichtiger Motor zur Aufrechterhaltung von chronischen Entzündungsprozessen und Autoimmunität darstellt. Seine Eliminierung ist ein Schritt in Richtung Heilung von schweren Autoimmunerkrankungen, was die Ergebnisse der autologen Stammzelltransplantation belegen. Darauf aufbauend entwickeln wir gegenwärtigen Therapien, die sehr gezielt nur die Zellen des autoreaktiven Gedächtnisses angreifen, die die Erkrankung unterhalten, z.B. Plasmazellen, die für die Produktion von Autoantikörpern verantwortlich sind. 

 

Die Regulation der Immunantwort, um durch Regeneration und Stärkung der physiologischen Immunantwort chronische Entzündungsprozesse zu unterbrechen. Kürzlich konnte gezeigt werden, dass neben den T- und B-Lymphozyten auch Plasmazellen regulatorisch die Immunantwort beeinflussen können. Durch Stimulierung von regulatorischen T-Zellen mit Hilfe des Botenstoffes Interleukin-2 konnten wir in einer ersten klinischen Studie eine Wirksamkeit dieses therapeutischen Ansatzes bei Patienten mit einem Lupus belegen.

 

Regulatorische T-Zellen gezielt auf die entzündeten Gewebe zu lenken, um eine selektive Unterdrückung der pathologischen Immunreaktion zu erreichen. Wir konnten kürzlich eine Methode entwickeln, die es erstmals erlaubt die regultorischen T-Zellen aufzuspüren, die spezifische Zielstrukturen (Antigene) im entzündeten Gewebe erkennen. Neben Autoimmunkrankheiten wollen wir untersuchen, ob sich auch Allergien oder chronische Darmentzündungen mit solchen spezifischen Treg therapieren lassen.

 

Die Identifizierung von Biomarkern, die für die Prognose, Therapie-Entscheidung und -Ansprechen bei rheumatischen Autoimmunerkrankungen eine wertvolle Hilfe darstellen. Hierfür werden Genexpressionsanalysen und durchflusszytometrische Analysen von Leukozyten-Subpopulationen eingesetzt, um neue Biomarker zu identifizieren.  Die Siglec1-Expression auf Monozyten als Ausdruck einer erhöhten Typ-1 Interferon-Aktivität hat bereits Eingang in die hoch-spezialisierte Diagnostik bei Patienten mit einem Lupus gefunden.

 

Geweberegeneration. Basierend auf den Erfahrungen mit mesenchymalen Geweben und der 3D-Zellkultur liegt der Fokus hier bei der Entwicklung von Verfahren, die zerstörten Gewebe durch in vitro gezüchtete Ersatzgewebe, z.B. für Knorpel, Bandscheibe, Sehnen, Knochen und Herzmuskel zu regenerieren. 

 

Die Glucocorticoid-induzierte Osteoporose. Glucocorticoide werden immer noch sehr häufig in der Therapie chronisch-entzündlicher rheumatischer Erkrankungen eingesetzt. Die vorliegenden Daten zu Häufigkeit und Schwere der Glcucocorticoid-induzierten Osteoporose sind jedoch lückenhaft. In einer prospektiven Datenbank werden wir deshalb Krankheits- und Knochen-spezifische Daten von Patienten mit einer chronisch entzündlichen Erkrankung erfassen.

 

Epidemiologische Studien. Die Epidemiologie am DRFZ erfasst die in Deutschland mit einem Biologikum behandelten Rheumapatienten in dem RABBIT-Register. Die Daten zeigen eine deutliche Verbesserung der Behandlungssituation von Patienten mit einer rheumatoiden Arthritis im Verlauf der letzten 20 Jahre mit einem dramatischen Abfall der durchschnittlichen Krankheitsaktivität und Arbeitsunfähigkeit. Kinder mit einer juvenilen Arthritis haben heutzutage dieselbe Lebensqualität wie gesunde Kinder. 

 

In der Studienabteilung der Klinik werden zahlreiche Phase I bis IV Studien mit innovativen Therapeutika bei rheumatischen Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Spondylarthritiden, systemischer Lupus erythematodes, systemische Sklerose, Sjögren-Syndrom, adulter Morbus Still, Arthrose und Osteoporose durchgeführt. Diese Studien tragen langfristig zur Entwicklung neuer noch wirksamerer und verträglicher Medikamente in der Rheumatologie bei. 

 

Fortschritte bei der Erforschung der Grundlagen rheumatischer Erkrankungen und der Entwicklung innovativer Therapieansätze sind eng mit einer ausreichenden Forschungsförderung verknüpft. Die Klinik erhält u.a. eine Förderung im Rahmen von Verbundprojekten der DFG  (Transregio 130 „B-Zellen in Immunität und Autoimmunität), des BMBF (Arthromark, InfectControl 2020: ART4Fun & DIAT) und der EU (IMI-Projekte PRECISESADS und BTcure).

 

TRR130

preciseads

btcure

arthrfmark

Art4fun

DRFZ

 

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