Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Gastroenterologie, Infektiologie und Rheumatologie

Mukosale Immunologie und Entzündungsforschung

 

Im Mittelpunkt der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Gastroenterologie, Infektiologie und Rheumatologie steht die Entzündungsforschung, das beinhaltet die chronisch intestinale Entzündung sowie spezifische intestinale Infektionen aber auch systemische Entzündungserkrankungen. Die besonderen wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen bei den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, seltenen mukosalen Infektionen wie dem Morbus Whipple sowie den Spondylarthropathien. Dieser interdisziplinäre Ansatz in Bezug auf die Entzündungsforschung und die enge Interaktion von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Ärztinnen und Ärzten mit den außeruniversitären Instituten ermöglicht eine ständige klinische und wissenschaftliche Weiterentwicklung und damit eng assoziiert eine optimale Patientenversorgung.

 

Warum ist der Darm und die Entzündung so spannend? Die Inzidenz der chronische-entzündlichen Darmerkrankungen aber auch anderer entzündlicher Erkrankungen nimmt seit Mitte des letzten Jahrhunderts stetig zu und betrifft meist Patienten in einer kritischen Lebensphase, d.h. im jungen Erwachsenenalter. Alle bislang verfügbaren Therapieansätze können die Krankheitsbilder noch nicht kausal therapieren. Mit Förderung der DFG, Deutschen Krebshilfe, des Berliner Gesundheitsinstitutes sowie des BMBF ist es unser Ziel die Entstehung und die Pathophysiologie dieser Erkrankungen besser zu verstehen und neue Therapieansätze zu identifizieren.

 

Das Kompetenznetzwerk „chronisch entzündliche Darmerkrankungen“ stellt ein Netzwerk dar, das über verschiedene Plattformen die wissenschaftliche Entwicklung (Deutsche Arbeitsgemeinschaft für chronische Darmerkrankungen), klinische Studien (German IBD Study Group) aber auch die Ausbildung von Fachassistenzpersonal und Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten kontinuierlich weiterentwickelt. Ein aktuelles Projekt stellt die Etablierung einer Inzidenzkohorte für chronisch entzündliche Darmerkrankungen dar.

 

Der Bereich mukosale Immunologie wurde in Berlin über die letzten 15 Jahre zunächst über die Klinische Forschergruppe 104 "Immunpathogenese und Interventionsstrategien bei mukosalen Infektionen" und anschließend über 12 Jahre mit dem SFB 633 "Induktion und Modulation T-zellvermittelter Immunreaktionen im Gastrointestinaltrakt" systematisch etabliert und wird aktuell in neuen Netzwerken weiterentwickelt. Hier stellt das Deutsche Rheumaforschungszentrum einen besonders engen wissenschaftlichen Partner dar. Durch diese Initiativen sind nicht nur Patientenkohorten aufgebaut worden, sondern auch Netzwerke aufgebaut worden in denen Grundlagenforscher eng mit klinisch tätigen Wissenschaftlern kommunizieren. Dies stellt optimale Rahmenbedingungen für translationale Ansätze dar. Über das DFG-Schwerpunktprogramm Intestinal Microbiota wird die gegenseitige Regulation der Mikrobiota und intestinalen Barriere adressiert. dies ist kritisch, da die intestinale Mikrobiota möglicherweisen einen wesentlichen therapeutischen Ansatz darstellen kann. Neben der mukosalen Immunologie wird der Bereich gestärkt durch eine besondere Expertise in der Barriereforschung, die aktuell durch das neu eingerichtete DFG-Graduiertenkolleg TJ-Train gefördert wird. Bei diesen Initiativen werden klinische Fragestellungen in etablierten experimentellen in vitro- und in vivo-Modellen bearbeitet. Ziel ist es prädiktive Marker sowie neue therapeutische Zielstrukturen zu identifizieren.

 

 

Kontakt

Prof. Dr. Birgit Sawitzki
Leitung des RCi³
t: +49 30 450 524 136
Prof. Dr. Andreas Christian Hocke
Redaktionelle Gestaltung
t: +49 30 450 553 477
Das ist das RCi3 Logo