Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie

Entzündungsforschung an der Haut

 

Die Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie mit ihren Schwerpunkten chronische Entzündung, Allergologie, Dermato-Onkologie und Kinderdermatologie gehört zu den führenden dermatologischen Einrichtungen weltweit. Sie steht nicht nur für eine exzellente Patientenversorgung, sondern ist auch eine Wirkungsstätte für über 100 Forscherinnen und Forscher. Deren immunologisch orientierte Untersuchungen dienen der kontinuierlichen Aufdeckung der pathogenetischen Mechanismen von chronisch-entzündlichen Dermatosen, Autoimmunerkrankungen und allergischen Reaktionen.

 

Der Aufklärung von Mechanismen chronisch-entzündlicher Hauterkrankungen, welche zu den häufigsten immunvermittelten Erkrankungen überhaupt gehören, widmet sich das Psoriasis Forschungs- und BehandlungsCentrum (Dr. med. Robert Sabat, Dr. rer. nat. Kerstin Wolk), ein interdisziplinär zwischen der Hautklinik und dem Institut für Medizinische Immunologie aufgestellter Bereich. Die enge Verzahnung von exzellenter Grundlagenforschung, in vivo Forschung, klinischer Forschung und Patientenversorgung im Centrum erlaubt ein hohes Maß an Synergie und breite, translationale Forschungsansätze. So werden unter Einbeziehung von isolierten Zellen, Gewebemodellen sowie Gewebsproben und ex vivo Kulturen der Haut der Patienten die Schlüsselmediatoren der chronisch entzündlichen Prozesse identifiziert, deren Effekte aufgeklärt und darauf basierende Therapieansätze formuliert und geprüft. Der Fokus des Centrums liegt auf den Modellerkrankungen Psoriasis (T-Zell-vermittelte Dermatose) und Hidradenitis suppurativa (durch das angeborene Immunsystem induzierte Erkrankung). Hier aufgedeckte mechanistische Prinzipien werden gemeinsam mit klinikinternen (Prof. Dr. med. Ulrike Blume-Peytavi, PD Dr. med. Annika Vogt) sowie verschiedenen externen universitären und außeruniversitären Einrichtungen bei weiteren chronisch entzündlichen Erkrankungen adressiert. Einen internationalen Ruf hat sich das Centrum bezüglich der Rolle neuer Zytokine wie IL-22, IL-19, IL-24 und IL-29 erarbeitet, welche einerseits Infektionsabwehr- und Regenerationsmechanismen zu steigern vermögen und anderseits pathogenetisch agieren können. Vorhaben zur Identifizierung von Biomarkern für spezifische immunologische Kaskaden stellen einen weiteren Fokus des Centrums dar und tragen dem wachsenden Wunsch nach Stratifizierung der Patienten Rechnung. Das Centrum ist an internationale Netzwerken wie International Psoriasis Council und European Hidradenitis suppurativa Foundation sowie an BMBF-geförderten Verbundprojekten (eKid) und der Initiation von SFB-Vorhaben (ImmuneAging, Renoprotection) beteiligt.

 

Die Mechanismen von Autoimmunerkrankungen der Haut werden durch die Arbeitsgruppe Immunmodulation der Haut (Prof. Dr. med. M. Worm, PD Dr. med. Guido Heine) erforscht. Es werden B-und T-Zellantworten allgemein und antigenspezifisch bei autoimmunen und allergischen Erkrankungen untersucht. Hierbei werden u.a. tierexperimentelle Modelle eingesetzt mit dem Ziel, grundliegende Mechanismen zu beweisen. Adhoc translational werden Patienten mit definierten immunologischen Dysbalancen zellbiologisch und klinisch analysiert. Hierzu werden vor allem Haut- und Blutzellen phänotypisch und funktionell charakterisiert. Ziel ist es, neue diagnostische und therapeutische Ansätze für Patienten mit Autoimmun- und allergischen Erkrankungen der Haut zu identifizieren und in die klinische Praxis zu führen. Im Rahmen des TRR130 beschäftigt sich die AG mit dem Einfluss von Vitamin A und D auf die B-Zelldifferenzierung. Die AG ist eine Liaisongruppe der Hautklinik mit dem DRFZ und arbeitet mit anderen Wissenschaftlern gemeinsam in dem Leibniz Campus Projekt chronische Entzündung.

 

Mit den Mechanismen der allergischen Reaktionen befasst sich die Arbeitsgruppe dermatologische Allergologie (Prof. Dr. med. Marcus Maurer, Prof. Dr. med. Martin Metz, Prof. Dr. med. Markus Magerl). Ein besonderer Fokus liegt auf der Biologie der Mastzelle. Neben der Entwicklung und Durchführung von klinischen Studien bei Patienten mit Mastzell-vermittelten Erkrankungen wie der Urtikaria und der Mastozytose, liegt hierbei ein besonderer Schwerpunkt auf der Charakterisierung der pathologischen Relevanz von autoreaktivem IgE. Mitarbeiter der AG dermatologische Allergologie sind u.a. aktiv im Autoinflammation Network e. V., dem Urticaria Network e.V. und dem European Mast Cell and Basophil Research Network (EMBRN).

 

 

 

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