Institut für Virologie

Woher kommen neue Viren?

 

Das Institut für Virologie am Campus Mitte befasst sich mit der Diversität und Evolution von Viren. Unsere Grundlagenforschung hilft internationalen Gesundheitsbehörden wie der WHO, Krankheitsausbrüche einzudämmen und erweitert die Möglichkeiten der modernen Hochleistungsmedizin, auch die seltensten Krankheitserreger zu erkennen. Durch die organisatorische Verzahnung mit der Fachabteilung Virologie bei Labor Berlin fließen diese Erkenntnisse direkt in den Diagnostikbetrieb des größten deutschen universitären Dienstleisters für Virusdiagnostik ein.

 

Neuartige Viruserkrankungen (Emerging Infections) und Epidemien werden die globalisierte Gesellschaft in den kommenden Jahrzehnten vor große Herausforderungen stellen. Vermehrte Reise- und Handelsverbindungen sowie wirtschaftliche und gesellschaftliche Umwälzungen in vielen Ländern der Erde führen dazu, dass der Mensch in vermehrten Kontakt mit Krankheitserregern kommt. Viren verfügen über besonders effiziente Übertragungswege und können deshalb globale Epidemien (Pandemien) auslösen. Ausbrüche von SARS, MERS, Vogel- und Schweinegrippe, Ebola und Zika-Infektion haben dies in jüngster Zeit verdeutlicht. Besonderes Augenmerk gilt Viren, die über die Luft übertragen werden oder spezielle Verbreitungswege wie z.B. Stechmücken nutzen können. Die meisten Virusepidemien beginnen als zoonotische Erkrankung und sind deshalb im Tier-Reservoir zu erkennen und zu bekämpfen. Die Überschneidung von Bedarfs- und Betätigungsfeldern mit der Veterinärmedizin wird im OneHealth Konzept gebündelt. 

 

Das Institut koordiniert bedeutende Forschungsverbünde und Projekte zu diesen Themenkomplexen. Das Schwerpunktprogramm 1596 der DFG widmet sich der Grundlagenforschung zu ökologischen und molekularen Wirtsbarrieren im Entstehungsprozess von neuartigen Viruserkrankungen. Der BMBF-Forschungsverbund RAPID befasst sich mit der Entwicklung von Bewertungsmodellen für die Gefährlichkeit von neuartigen zoonotischen Viren wie beispielsweise des MERS-Erregers. Der RAPID-Verbund ist Teil des Nationalen Forschungsnetzes Zoonotische Infektionen, dessen Sprecher der Leiter unseres Instituts ist. Wir sind Teil des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) und koordinieren dort das Projektprogramm zum Virusnachweis für den Epidemiefall. Eine der drei Geschäftsstellen der Nationalen Forschungsplattform Zoonosen ist am Institut angesiedelt. Wir sind Mitglied im Europäischen Forschungsverbund COMPARE, der sich mit der infektionsmedizinischen Ausnutzung neuer Sequenziertechniken befasst, sowie im Verbund PREPARE – ein klinisches Studiennetzwerk zur Verbesserung der Reaktionsbereitschaft auf Virusausbrüche. Wir sind Gründungsmitglied des Europäischen Virusarchivs (EVAg) – einer EU-Infrastruktur, die einzigartige Forschungsmaterialien für die Virologie, Diagnostik- und Impfstoffherstellung verfügbar macht.

 

Essentiell für das Institut ist die Arbeit in tropischen Ländern. Im EU-Projekt ZikAlliance befassen wir uns mit der Zika-Epidemie und ihren Auswirkungen in Süd- und Mittelamerika. Im DFG-Schwerpunktprogramm liegt führen wir umfangreiche Feldarbeiten in Panama durch. Das Institut ist mit mehreren Projekten im Afrikaprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft vertreten (Projekte in Ghana, Elfenbeinküste und Kenya) und beherbergt eine BMBF-Nachwuchsgruppe zum Thema Evolution und Ökologie von insektenübertragenen Viren, die Feldarbeit in Uganda durchführt.

Kontakt

Prof. Dr. Birgit Sawitzki
Leitung des RCi³
t: +49 30 450 524 136
Prof. Dr. Andreas Christian Hocke
Redaktionelle Gestaltung
t: +49 30 450 553 477
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