Institut für Immunologie

Immuntherapie von Krebserkrankungen - von der Grundlagenforschung zur klinischen Anwendung

 

Schwerpunkte am Institut für Immunologie auf dem Charité Campus Berlin Buch sind Grundlagenforschung und translationale Forschung in den Bereichen Immunologie und Tumorimmunologie. In enger Zusammenarbeit mit den Arbeitsgruppen des Bereichs Cancer am MDC und mit Klinikern der Hämatologie und (pädiatrischen) Onkologie der Charité untersuchen wir das Zusammenspiel von Krebserkrankungen und dem Immunsystem. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Untersuchung und dem therapeutischen Einsatz von T Lymphozyten, die eine zentrale Rolle bei der  Immuntherapie von Krebserkrankungen spielen.  

Warum beforschen wir Tumorimmunologie und Immuntherapie?

 

Laut Weltkrebsbericht der WHO wird die Anzahl der Krebserkrankungen in den kommenden Jahren stark ansteigen. Da klassische Behandlungsmethoden wie die operative Entfernung des Tumors, Chemo- und Strahlentherapie bei aggressiven Tumoren häufig nicht zur Heilung führen und starke Nebenwirkungen hervorrufen, wird seit Jahren an einer neuen Therapie, der Immuntherapie, geforscht. Bei einigen Krebserkrankungen (z. B. der akuten lymphatischen Leukämie und dem malignen Melanom) können Immuntherapien inzwischen erste Erfolge aufweisen. Allerdings zeigen klinische Studien auch, dass weitere grundlegende Studien in präklinischen Modellen notwendig sind, bevor diese Therapieoptionen routinemäßig in der Klinik eingesetzt werden können. Wir verstehen bisher noch nicht ausreichend warum einige Patienten sehr gut auf Immuntherapie ansprechen, zum Teil sogar geheilt werden, während andere schlecht oder gar nicht darauf ansprechen. Um die Immuntherapie von Krebserkrankungen im Allgemeinen und insbesondere die von uns beforschte adoptive T-Zelltherapie zu verbessern und so noch mehr Patienten als bisher helfen zu können, müssen wir die Wirkmechanismen aufklären und verstehen welche Parameter über den Erfolg der Therapie entscheiden bzw. wie die Therapie verbessert werden kann.

 

In dem am Institut für Immunologie beheimateten transregionalen Sonderforschungsbereich SFB-TR36 werden seit 2006 die grundlegenden Prinzipien und die klinischen Anwendungen der T-Zelltherapie erforscht, experimentelle Systeme, um hocheffektive T-Zellen gegen Tumorantigene zu generieren, wurden etabliert, und die Bedingungen für einen optimalen Transfer in Patienten definiert, so dass wir nun die erste klinische Studie zur T-Zell-Rezeptor-Gentherapie zur Behandlung von Krebs in Deutschland, gefördert unter anderem durch das BMBF, Anfang 2018 beginnen werden. Im Graduiertenkolleg des SFB-TR36 bilden wir die nächste Generation von Naturwissenschaftlern und Medizinern aus, die die Immuntherapie weiterentwickeln werden. Gemeinsam mit dem am Institut für Immunologie beheimateten Einstein Visiting Fellow Hans Schreiber von der University of Chicago erforschen wir mit Hilfe verschiedener Förderprogramme (BIH, DKTK und Deutsche Krebshilfe) eine sehr vielversprechende, aber technisch komplexe Form der T-Zelltherapie, bei der Tumore hochspezifisch durch einen gezielten Angriff auf patientenspezifische Mutationen (sogenannte Neoantigene) mit TCR-genmodifizierten T-Zellen behandelt werden sollen. Das langfristige Ziel unserer Forschung ist die Etablierung einer „of the shelf“ T-Zell-Rezeptor Bibliothek gegen verschiedene Neoantigene zur personalisierten Krebstherapie in der Klinik. 

Kontakt

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Leitung des RCi³
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